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Tränen der Liebe (Perlen-Legenden Teil 2)

August 30, 2016

 

Ein magisches Schimmern – vielschichtig und unergründlich – macht Perlen zu einzigartigen Schmuckstücken. Kein Wunder also, dass sich um ihre Entstehung vielfältige Mythen ranken.

 

Eine indische Sage erzählt von einer jungen Frau, der ihre große Liebe versagt blieb. Es heißt, die schöne Tochter eines Großmoguls verschenkte ihr Herz an einen jungen Radscha, der sie innig liebte und um ihre Gunst warb. Doch ihr Vater hatte andere Pläne. Er wünschte, sie mit einem älteren, einflussreichen Nizam zu verheiraten, der ebenfalls um ihre Hand anhielt. Lange Zeit versuchte er seine Tochter durch gutes Zureden zu überzeugen. Doch nichts konnte die junge Frau dazu bringen, der verhassten Heirat zuzustimmen. Schließlich geriet der Großmodul in großen Zorn über den Unwillen seiner Tochter, ihm zu gehorchen, und verbannte sie in ein einsames Felsenschloss am Meer. Dort, streng bewacht und von aller Welt verlassen, versank sie in Traurigkeit über ihr Schicksal. Dunkle Tage voller Sorge und Sehnsucht verstrichen, bis sie schließlich erfuhr, dass ihr Geliebter im Zweikampf mit dem Nebenbuhler sein Leben gelassen hatte. In tiefer Verzweiflung vergoss sie heiße Tränen und klagte dem Meer ihr Leid. Dessen Wellen sangen der Unglücklichen ihr uraltes Lied, um sie zu trösten: Leise rauschend von Liebe und Lust, donnernd und brausend vom Leid der Erde. In die blauen Fluten fielen, Tropfen für Tropfen, die Tränen der schönen, jungen Frau. Aus Mitleid verwandelte der mitfühlende Gott Krishna ihre Tränen in schimmernde Perlen, die zum Meeresgrund sanken und ihre Liebe für immer bewahrten.

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